Rettungstag Göttingen 2015

Der vierte Rettungstag Göttingen am 05.09.2015 hat bleibende Eindrücke hinterlassen. Über 50 Feuerwehrleute aus der ganzen Region haben sich bei der Veranstaltung des Feuerwehrvereins Obernjesa e.V. in technischer Rettung nach Verkehrsunfällen fortgebildet.

 

Am Samstag, den 05. September stand das Gelände der Firma Hesse in Rosdorf voll und ganz im Zeichen der Unfallrettung. Der Feuerwehrverein Obernjesa e.V. hat zum vierten Mal den Rettungstag Göttingen organisiert. An fünf Praxis-Stationen konnten sich Feuerwehrleute und Rettungsdienstpersonal unter der fachkundigen Anleitung von Ausbildern der Berufsfeuerwehr, Freiwilligen Feuerwehren und der Firma WEBER Rescue über neueste Erkenntnisse der technischen Hilfeleistung und patientenorientierten Rettung informieren.

Zu Beginn der Veranstaltung referierte Jürgen Neupert von der Berufsfeuerwehr Göttingen über einen Einsatz im Stadtgebiet Göttingens vor einigen Jahren. Aus diesem Einsatz konnte die Berufsfeuerwehr einige Schlüsse ziehen und hat gemeinsam mit dem Marktführer im Segment Rettungsgeräte, WEBER Hydraulik, ein neues Rettungsgerät zum Anheben großer Fahrzeuge entwickelt. Dieses Gerät wurde sowohl in der Theorie, als auch später in der Praxis vorgestellt.
Im Anschluss informierte Dennis Wolf von WEBER Rescue über die aktuellen Entwicklungen in der Fahrzeugtechnik. An welchen Stellen dürfen die Retter bei modernen Fahrzeugen schneiden? Wo besser nicht? Und wo sitzen über die Airbags? Diese und weitere Fragen wurden in seinem Vortrag beantwortet.

 

Während die Teilnehmer im trockenen den beiden Theorievorträge lauschten, bereiteten die vielen fleißigen Helfer in strömendem Regen die Praxisstationen vor. Das Wetter blieb den ganzen Tag sehr wechselhaft, aber überwiegend regnerisch. Trotzdem wurden alle Stationen bearbeitet. "Wir können uns das Wetter im Einsatz nicht aussuchen" konnte man von einigen Teilnehmern hören.

 

An fünf Stationen wurden verschiedene Aspekte der Unfallrettung vorgestellt. Station 1 stand ganz im Zeichen der alternativen Antriebskonzepte. Andreas Umbach (Kfz-Meister) und Sascha Grebestein von der Feuerwehr Groß Schneen stellten neben den althergebrachten Erd- und Autogasantrieben auch zwei Elektrofahrzeuge vor. An diesem Fahrzeugen konnten sowohl die Antriebskonzepte und daraus resultierende Besonderheiten und Gefahren erklärt werden, als auch moderne Karrosserietechnik, wie beispielsweise Carbonelemente am BMW i3, der uns vom BMW Autohaus Kassel zur Verfügung gestellt wurde.

  

 

 

 

 

 

Die zweite Station baute inhaltlich auf dem Vortrag am Morgen auf und wurde von der Berufsfeuerwehr Göttingen betreut. Söhnke Bielefeld, Michael Peters und Dennis Rohmann zeigten verschiedene Techniken zum Anheben von Großfahrzeugen auf. Hier lag das Hauptaugenmerk auf dem Vergleich der konventionellen Technik und dem, unter Mitarbeit der Berufsfeuerwehr, neu entwickelten Felgenadapter der Firma WEBER Rescue. Es galt einen Dummy, der unter der Achse eines Stadtbusses der Göttinger Verkehrsbetriebe eingeklemmt war zu befreien. Zusätzlich wurde an einem Sattelschlepper die konventionelle Technik mit viel Holz zum Unterbauen demonstriert.

 

 

 

 

 

"Team Ressource Management" war das Thema der dritten Station. Oyvind Krause Halvorsen (Johanniter Unfallhilfe Göttingen) und Dennis Wolf haben die Teilnehmer sensibilisiert, welche Maßnahmen gleichzeitig laufen können und was bereits vorbereitet werden kann, um die Rettung effizienter und schneller zu gestalten. Obwohl die Fahrzeuge nur mäßig deformiert waren, haben die Teilnehmer auf Grund von zeitlichem Stress und neuen taktischen Vorgaben hier ihre Grenzen und einiges Neues kennengelernt.

 

Stationen vier und fünf waren die Anspruchvollsten. Es galt an beiden Stationen eingeklemmte Personen aus stark verformten Unfallfahrzeugen zu befreien. Sebastian Tietje (Weber Rescue) betreutet die vierte Station, an der den Teilnehmern ein Fahrzeug in Dachlage auf einer Betonbarriere präsentiert wurde. Der Einsatz von hydraulischen Rettungszylinder und auch das parallele und effiziente Arbeiten standen hier im Fokus.
Station 5 musste wetterbedingt am Vorabend noch umgeplant werden. Statt auf einem Erdwall lagen die Fahrzeuge dann auf einem Abbruchschutthügel. Diest tat der Herausforderung jedoch keinen Abbruch - ganz im Gegenteil! Stefan Hamel und Christoph Haus (beide Berufsfeuerwehr Göttingen) zeigten den Teilnehmern hier die Grenzen von Abstützung und Sicherung auf.

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Zum Abschluss gab es noch eine kurze Gesprächsrunde und einen Fragebogen um den nächsten Rettungstag zielgerichtet planen zu können. Bevor alle geschafft und nass nach Hause gehen konnten, wurden noch zwei Gruppenfotos gemacht. (Es gab ein kleines Kommunikationsproblem...)
Die Teilnehmer gaben durchweg ein positives Feedback ab, was uns ermuntert, wahrscheinlich auch 2017 den nächsten Rettungstag Göttingen anzubieten.

Seitens des Feuerwehrvereins Obernjesa kann man ebenfalls ein positives Fazit aus der Veranstaltung ziehen. Die Veranstaltung wurde, dank der vielen Helfer, wieder mal problemlos abgewickelt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Helfer und Unterstützer. Ganz besonders an die Firma Hesse Transporte und Oliver Hesse, sowie die Firma Hampe Recycling. Ohne diese Unterstützung wäre eine solche Veranstaltung nicht umsetzbar.

 

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